SZU 2017/18
MiDENTITY: Meine Identität??!!
iDENTITY: (Mediale) Identitätskonstruktionen, transnationale Selbstverortungen & verkürzende Fremdzuschreibungen in der Migrationsgesellschaft am Beispiel von Jugendlichen in Wien. Das Schulzentrum HTL HAK Ungargasse nimmt an UNI-Projekt teil.
Einleitendes Bild: MiDENTITY: Meine Identität??!!
Projektleitung:

Ass.Prof. Dr. Christiane Hintermann, Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien

Kooperationsschulen:

BHAK 10, Schulzentrum Ungargasse, BRG 19 Krottenbachstraße

Weiterer Kooperationspartner:

ÖZEPS (Österreichische Zentrum für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen)

Laufzeit:

1. 9. 2017 bis 30. 8. 2019

Das Projekt MiDENTITY wird im Rahmen des Sparkling Science Programmes vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft gefördert. Aus rund 300 Projektanträgen wurden 39 Projekte zur Förderung ausgewählt.

 

Im Zentrum des Projektes MiDENTITY steht die Frage, welche Bezugspunkte Jugendliche in Wien für die Konstruktion ihrer eigenen sozialen, räumlichen und kulturellen Zugehörigkeiten heranziehen. Definieren sie sich selbst etwa als Wienerinnen und Wiener, als Ottakringerinnen, als Slowaken oder Türkinnen? Und welche Merkmale verbinden sie mit den jeweiligen Identitäten? Da Fragen der Zugehörigkeit in unserer von Migration mitgeprägten Gesellschaft ständig medial verhandelt werden, forschen wir auch nach der Rolle der Medien bei der Konstruktion von Identitäten: Schülerinnen und Schüler sollen im Projekt dazu befähigt werden, auch die Wirkung von Medien auf ihre Selbstverortung sowie auf die Zuschreibungspraxis anderer zu hinterfragen.

 

Den Ausgangspunkt des Projekts MiDENTITY bildet eine wienweite Fragebogenerhebung unter Schülerinnen und Schülern, in der anonym die Bezugspunkte der Zuschreibungspraxis Jugendlicher erhoben werden. In Gruppendiskussionen in den Projektklassen der drei Kooperationsschulen werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die mediale Debatte über räumliche Identitätszuschreibungen analysiert und alternative Identitätsmodelle diskutiert. Im Rahmen von drei darauf folgenden Workshops werden die beteiligten Schüler/innen zu Erforscher/innen ihres eigenen Umgangs mit Selbst- und Fremdverortungen. Ihre Lernerfahrungen und Forschungsergebnisse werden sie mittels einer Intervention im öffentlichen Raum auch in die gesellschaftliche Debatte einbringen.

 

Die Methode einer kritischen Diskursanalyse für Schüler/innen wird von Wissenschaftler/innen vorbereitet, und gemeinsam mit Lehrpersonen und Schüler/innen für die jeweilige Zielgruppe adaptiert. Die Ergebnisse des Projektes MiDENTITY sollen auch über die Projektklassen hinaus wirken. Dafür werden Konzepte für die Vermittlung kritischer Medienkompetenz im Schulunterricht sowie durch Peer-Mediator/innen (Echo-Peers) aber auch für die Lehrer/innenausbildung und –fortbildung erstellt und erprobt.

Die drei wissenschaftlichen Hauptziele des Projektes lauten:
  • Ziel 1: Die Selbstverortungen und Zuschreibungspraxen von Schüler/innen der Sekundarstufe II in Wien mittels Fragebogenerhebung und Gruppendiskussionen erfassen und analysieren.
  • Ziel 2: Jugendliche zu reflektiertem Umgang mit eigenen und medialen Zuschreibungspraxen anregen und Alternativen der Selbst- & Fremdverortung abseits verkürzender räumlich-kultureller Kategorien erarbeiten.
  • Ziel 3: Ein Analysewerkzeug zur Schulung kritischer Medienkompetenz im Schulunterricht sowie für die Professionalisierung von Lehrpersonen zur Verfügung stellen.