1AFMBV 2016/17
Gerberei Wollsdorf
Am 19. April 2017 unternahmen die drei Klassen des Fachbereichs Lederdesign eine Exkursion zur Gerberei Wollsdorf.
Einleitendes Bild: Gerberei Wollsdorf

Nach kurzer Unterweisung und dem Anlegen von Schutzkleidung wurden wir bei einer Lagerhalle bereits mit einem sehr unangenehmen Geruch konfrontiert. Dort wurde uns erklärt, wie viele Häute pro Tag verarbeitet werden und woher sie stammen. Ware mit Mängeln, wie zum Beispiel Haut- und Blutreste, werden sofort reklamiert.

Als wir die Halle betraten, konnten wir sehen, wie noch unverarbeitete Häute von einer Maschine auf ein Förderband gelegt wurden, um sie zu großen, rotierenden Trommeln zu transportieren, in denen sie ungefähr 10 Stunden verbleiben und wo ihnen die Haare mit einem speziellen Gemisch entfernt werden. In einem Gerbfass hingegen wird die Haut noch aufgequollen.

Das zukünftige Leder wird dann einmal gespalten, denn die Unterseite wird in verschiedenen Fabriken zum Beispiel zu Gelatine verarbeitet. Die Haut ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr dick, was uns von unserem Gruppenleiter extra gezeigt wurde.

Nach diesem Prozess ist die Haut zu Leder geworden, danach folgt noch die Nachgerbung, Nachfettung und Nachfärbung. Beim Trocknungsprozess wird ein Spannrahmen benutzt, damit das Leder beim Trocknen nicht zu viel an Größe verliert. Uns wurde jedoch erklärt, dass bei Leder für Autolenkräder das Vakuumtrocknen besser ist, da die Faserstruktur erhalten bleibt.

Für uns waren das ganz neue Eindrücke und jetzt können wir uns viel besser vorstellen, wie das Leder, welches wir benutzen, eigentlich verarbeitet wird. Darüber hinaus war es für uns etwas ganz besonderes, die Gerberei von innen sehen zu können, da diese sonst keine Besucher erlaubt, da ihre Verfahren ein Betriebsgeheimnis sind.

Verfasst von Laura Hackl – Schülerin der 1AFDL